20. November 2008 Die Aktienmärkte rund um den Erdball müssen neue Tiefschläge verkraften. Die europäischen Aktienmärkte verzeichnen hohe Kursverluste, obwohl sie schon am Mittwoch mit einem kräftigen Minus geschlossen hatten. In Deutschland hatte vor allem die Aktie von BASF den Markt mit einem Kurssturz um mehr als 13 Prozent belastet - der Chemiekonzern schließt vorübergehend 80 Werke. Am Donnerstag liegt die BASF-Aktie weitere 1,6 Prozent im Minus.
Auch die übrigen europäischen Aktienmärkte wurden von der neuen Verkaufswelle in die Tiefe gerissen: Der Eurostoxx 50, der die Kursentwicklung von Standardwerten aus der Eurozone nachzeichnet, liegt ebenfalls 3 Prozent im Minus bei 2226 Punkten.
Finanztitel unter Abgabedruck
Unter den europäischen Standardwerten erleiden vor allem Finanztitel hohe Kursabschläge, nachdem in den vergangenen Tagen die Autobranche unter Abgabedruck stand. Die belgisch-niederländischen Finanztitel Fortis, ING Groep und Aegon wurden zum Teil 9 Prozent niedriger als am Vortag gehandelt.
Die Deutsche Bank will 900 Stellen in ihrem Investmentbanking in London und New York abbauen - daraufhin verliert die Aktie knapp 7 Prozent an Wert. Die Aktie notiert unter 20 Euro. Damit beträgt der Kurs jetzt nur noch ein Sechstel des Rekordhochs von rund 120 Euro, das im Frühjahr 2007 erreicht worden war.
Hohe Verluste schon in Tokio
Vor Eröffnung des Aktienhandels in Europa hatte schon die Börse Tokio mit hohen Kursverlusten geschlossen. Der 225 Aktien umfassende Index Nikkei stürzte am Donnerstagmorgen um 6,9 Prozent auf 7703 Punkte. Der marktbreite Aktienindex Topix verlor 5,5 Prozent auf 782 Punkte. Auch die übrigen großen asiatischen Börsen wie Singapur und Hongkong tendierten am Morgen schwach. In Südkorea verlor der Kospi-Index sogar 6,7 Prozent.
Diese setzten die Verkaufswelle an der New Yorker Börse fort. Der Dow-Jones-Index fiel um 5,1 Prozent und schloss erstmals seit dem Einmarsch im Irak im Jahr 2003 unterhalb der Marke von 8000 Punkten bei 7997 Punkten.
Unsicherheit über amerikanische Autohersteller
An den amerikanischen Aktienmärkten war es die Unsicherheit über eine Rettung der amerikanischen Autohersteller General Motors, Chrysler und Ford, die zu den starken Verkäufen führten. Der Senat zögert, den drei Herstellern die geforderte Staatshilfe von insgesamt 25 Milliarden Dollar zukommen zu lassen. Der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Christopher Dodd, sagte, die Chancen auf eine Kompromisslösung seien gering.
Allen Aktienverkäufern gemein ist die Sorge, dass die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession abstürzen könnte. So haben am Morgen an der Börse Tokio vor allem die Aktien der exportorientierten Unternehmen unter hohen Kursabschlägen gelitten.
Staatsanleihen profitieren
Allein Staatsanleihen profitieren derzeit von der hohen Unsicherheit an den Aktienmärkten. Durch die hohe Nachfrage steigen die Kurse von Anleihen, was wiederum deren Verzinsung fallen lässt. In den Vereinigten Staaten ist die Rendite zehnjähriger Schatzanweisungen auf 3,36 Prozent gefallen. Sogar die Verzinsung dreißigjähriger Staatsanleihen liegt in den Vereinigten Staaten bei weniger als 4 Prozent.
An der Frankfurter Börse haben Bundesanleihen am Donnerstag ihren Höhenflug fortgesetzt. Der richtungweisende Bund-Future steht erstmals seit März 2006 wieder über 120 Punkten und legt erneut kräftig um 28 Basispunkte auf 120,23 Prozent zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt bei 3,52 Prozent so tief wie seit bald zwei Jahren nicht mehr.
Text: hlr.
Bildmaterial: AP, Bloomberg, F.A.Z.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| INFINEON TECHNOLOGIE | +0,14 | +13,43 |
| DEUTSCHE TELEKOM AG | +0,37 | +3,36 |
| RWE AG STAMMAKTIEN O | +2,12 | +3,21 |
| DAIMLER AG NAMENS - | -1,10 | -3,96 |
| COMMERZBANK AG INHAB | -0,21 | -3,10 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -0,47 | -3,07 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.983,99 | +0,22 |
| TecDax | 537,14 | +2,22 |
| DowJones | 8.952,89 | -0,91 |
| Nasdaq | 1.628,03 | -0,26 |
| STOXX 50 | 2.553,41 | +0,67 |
| Nikkei 225 | 9.080,84 | +0,42 |
| S&P 500 Zert. | 9,25 | +2,66 |
| Euro/Dollar | 1,35 | -1,41 |
| Bund Future | 124,52 | -0,12 |
| Gold | 843,90 | -1,46 |
| Öl | 47,74 | +5,25 |