18. November 2008 Nach der Familientragödie in Rothenburg ob der Tauber mit drei Toten hat die Polizei den Schützen ermittelt: Es war der 28-jährige Sohn. Das habe die Obduktion der Opfer ergeben, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken am Dienstag mit. Demnach erschoss der Sohn seine 52-jährige Mutter und den 49 Jahre alten Vater mit dessen Revolver im elterlichen Schlafzimmer der Doppelhaushälfte. Wie viele Schüsse abgegeben wurden, sagte die Polizei nicht. Die Tatwaffe gehörte dem Familienvater, der als Mitglied im Schützenverein eine Besitzkarte für den Revolver hatte, erklärte die Polizei. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden lägen nicht vor.
Keine Anzeichen für Spannungen
Das Motiv für die Bluttat sei im privaten Bereich zu suchen, hieß es. Sichtbare Zeichen für Spannungen innerhalb der Familie, die gemeinsam in dem Haus lebte, habe es nach Auskunft der Angehörigen nicht gegeben. Möglicherweise würden die Hintergründe der Tat für immer im Dunkeln bleiben, sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald. Medienberichte, wonach der 28-Jährige vor drei Monaten festgenommen worden sei, wies sie als falsch zurück. Es gibt keine Erkenntnisse, dass gegen ihn ermittelt wurde, betonte sie.
Die Polizei hatte die drei Leichen am Montagmorgen gefunden. Nachbarn hatten am Morgen gegen 9 Uhr die Beamten alarmiert, nachdem noch immer alle Rollos in dem Haus heruntergelassen waren. Normalerweise hatte der Familienvater, der als Busfahrer arbeitete, frühmorgens das Haus verlassen.
Text: AP
Bildmaterial: dpa