Mädchen beging Selbstmord

Prozess wegen tödlichen Internet-Mobbings

Von der virtuellen Welt in den Tod: In Los Angeles hat ein Prozess um Interne...

Von der virtuellen Welt in den Tod: In Los Angeles hat ein Prozess um Internet-Mobbing begonnen

19. November 2008 Sie soll sich im Internet als Teenager ausgegeben und ein 13 Jahre altes Mädchen so lange drangsaliert haben, bis es Selbstmord beging. Mit der Auswahl von Juroren hat in Los Angeles nun der Prozess gegen die 49 Jahre alte Lori D. aus dem amerikanischen Bundesstaat Missouri begonnen.

Die Frau ist wegen Verschwörung und illegaler Benutzung eines Computers angeklagt, berichtete der amerikanischen Sender KTLA am Dienstag. Sie hatte im Juni auf die Vorwürfe des Internet-Betrugs und der Zufügung von Kummer mit „nicht schuldig“ plädiert.

Der Anklage zufolge kontaktierte die Frau im Herbst 2006 mit dem erfundenen Profil eines Jungen namens Josh ein 13 Jahre altes Mädchen in ihrer Nachbarschaft. Durch Online-Mobbing habe sie den Teenager dann unter Druck gesetzt, so der Vorwurf. Das Mädchen, das früher mit der Tochter der Angeklagten befreundet war, fiel in Depressionen und erhängte sich schließlich im Elternhaus.

Als 16 Jahre alten Jungen ausgegeben

Der imaginäre 16 Jahre alte Josh hatte zunächst mit dem Mädchen geflirtet, dann aber abrupt die virtuelle Beziehung abgebrochen. In seiner letzten Botschaft an das 13 Jahre alte Kind hieß es, „die Welt wäre ein besserer Ort“ ohne sie. Noch am selben Tag erhängte sich das Mädchen in seinem Zimmer.

„Das ist so, als hätte sich meine Tochter erschossen und als hätten Sie die Pistole dafür geladen“, sagte der Vater des Mädchens dem Sender CNN. Während des Prozesses sollen eine Mithelferin der Angeklagten, die Eltern des Opfers, Psychologen und Computerexperten zu Wort kommen. Bei einer Verurteilung drohen der Angeklagten bis zu 20 Jahre Haft.



Text: dpa
Bildmaterial: Rainer Wohlfahrt

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