19. November 2008 Der Solartechnikkonzern Solarworld will angeblich Opel übernehmen oder, besser, geschenkt haben. Das Rettungsangebot von Vorstandschef Frank Asbeck wirkt reichlich dubios. Eine Milliarde Euro stellt er für die vier deutschen Werke in Aussicht – aber nur dann, wenn Solarworld die gleiche Summe als Ausgleichszahlung (von wem eigentlich?) erhält und der Bund bürgt.
Mit Subventionen kennt sich Asbeck aus. Die gesetzlich verordnete Einspeisevergütung für Solarstrom hat Solarworld groß und ihn reich gemacht. Jetzt scheint er die nächste Gelegenheit zu wittern: den staatlich finanzierten Einstieg in den Bau von Elektro- und Hybridfahrzeugen.
Wenn der Staat als Retter auftritt
Das nennt man Chuzpe. Weder Opel noch der Mutterkonzern GM oder die Bundesregierung wollen von den Plänen gewusst haben. War es also nur ein Werbegag? Aber warum sollte Asbeck mit Ankündigungen in die Öffentlichkeit gehen, die ihn und seine Aktionäre erst einmal viel Geld kosten?
Die Aktie von Solarworld ist auf Talfahrt gegangen. Aber vielleicht haben auch daran einige gut verdient. Asbecks Vorstoß ist ein Lehrstück dafür, welche abstrusen Folgen es haben kann, wenn der Staat als großzügiger Retter in Erscheinung tritt.
Text: F.A.Z.